Bewegt für eine gute Sache
TRIER. Üblicherweise agiert er eher im Hintergrund: der Opernchor des Trierer Theaters. Das war am Samstagabend anders, als das Ensemble verdientermaßen ganz alleine im Rampenlicht des Theaters stand. Der Opernchor gab ein Weihnachtskonzert zugunsten der TV-Benefizaktion "Meine Burg".
Um es vorweg zu nehmen: Sowohl die Idee als auch die Ausführung waren gut. Zum ersten Mal realisierte der Chor das Projekt "Der bewegte Chor" – und erlaubte damit eine ganz neue Sichtweise auf die einzelnen Akteure. Unmittelbar im Anschluss an das Kindermusical "Der Lebkuchenmann" präsentierte der Opernchor sein Weihnachtskonzert.
So kam es bei einem Teil des Publikums zu einem "fliegenden Wechsel", wie es TV-Redakteur Dieter Lintz formulierte, während andere gleich auf ihren Sitzen ausharrten. Während der 80-minütigen Vorstellung brachten Ensemble und Solisten das facettenreiche Können von Profi-Sängern und -Sängerinnen deutlich zum Ausdruck.
In zehn verschiedenen Sprachen sangen die Künstler, am Klavier von Chordirektor Norbert Schmitz begleitet, weihnachtliche Lieder aus aller Herren Länder. Aufgelockert und humorvoll gewürzt wurde der Abend durch die Moderation von Lintz, der dem Publikum augenzwinkernde Gedichte von James Krüss vortrug.
Das Konzert kostete keinen Eintritt, allerdings waren Spenden zugunsten der TV-Benefizaktion "Meine Burg" für den Trierer Kinderschutzbund willkommen.
Bruno Worst, erster Vorsitzender der Einrichtung, zog am Rande der Veranstaltung eine Zwischenbilanz der Benefizaktion. "Ich bin von der Resonanz überwältigt", sagte er, "ganz viele junge Leute spenden, auch viele Kinder engagieren sich für Kinder." Basare, Verkäufe, Musikveranstaltungen, Weihnachtstische – die Kreativität, mit der Menschen sich für den Kinderschutzbund einsetzten, sei unbegrenzt. Auch das ganze Team sei aus eigener Initiative "dreifach" engagiert, um das Ziel, künftig in behaglichen und kindgerechten Räumen Kinderschutzarbeit leisten zu können, zu realisieren.
Worst hatte noch eine gute Nachricht dabei: Einzelne Unternehmen hätten ihre Bereitschaft signalisiert, beispielsweise einen barrierefreien Zugang in einem neuen Domizil des Kinderschutzbunds mitzufinanzieren. Außerdem hätten Stiftungen größere Geldbeträge im fünf- bis sechsstelligen Bereich in Aussicht gestellt. Dies seien aber vollkommen unverbindliche Anfragen, die – wenn überhaupt – nur mit dem weiteren Ansteigen des Benefiz-Grundstocks in realisierbare Nähe rückten. "Wir sind nach wie vor auf Kleinstbeträge angewiesen und brauchen jeden einzelnen Euro", sagte Worst. "Es geht ja nicht nur um den Um- oder Anbau eines Hauses, sondern auch um die Ausstattung und das Mobilar."
Am Ende des Konzerts verließen zufriedene Gäste das Theater. Ein ansprechendes Niveau, das unbedingt einer gebührenden öffentlichen Wahrnehmung bedürfe, bescheinigte eine Besucherin dem Opernchor, der sich bei weiteren Aktionen dieser Art "ruhig etwas bewegter" geben dürfe.
Mit weiteren, regelmäßigen Veranstaltungen dieser Art will der Opernchor das Programmangebot im Theater Trier in Zukunft erweitern.
[Trierischer Volksfreund vom 26.12.2006]
Dieter Lintz